• Bürobedarf
  • Schulartikel
  • 30-Tage Rückgaberecht
  • Versandkostenfrei ab 39,- EUR inkl. MwSt
Navigation überspringen  
Staples Plus

Die berühmtesten Zeitungsenten

12.03.2020

Man erlebt es immer wieder: Zeitungen und Magazine entschuldigen sich für kleine Fehler in ihren Artikeln oder sogar für eine komplette Falschmeldung. Anscheinend wird nicht jeder Artikel überprüft, bevor er in den Druck geht. Diese sogenannten Zeitungsenten sind leider keine Seltenheit, doch einige von ihnen haben mehr Aufsehen erregt als andere. Hier sind sechs der spektakulärsten Falschmeldungen unserer Zeit.

Chruschtschow ist tot

Am 13. April 1964 um genau 21:53 Uhr veröffentlichte die dpa eine Eilmeldung. Der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow sei vier Tage vor seinem 70. Geburtstag an den Folgen einer akuten Hephocapalytirosises (eine fiktive Krankheit, bei der griechisch klingende Silben sinnlos aneinandergereiht sind) plötzlich verstorben. Nur eine Viertelstunde später wurde die zweite Eilmeldung zu dem Thema veröffentlicht: “Das ist eine Ente”. Leider sahen französische und amerikanische Zeitungen die Nachricht und verbreiteten sie ebenfalls. Doch bis heute konnte nicht herausgefunden werden, wer der Urheber dieser Falschmeldung war.

Interviews mit Brad Pitt, Pamela Anderson und Sharon Stone

Wer ein Interview mit seinem Lieblingsstar in der Zeitung oder einem Magazin liest, der hat das Gefühl zumindest einen kleinen Einblick in das Leben der Reichen und Schönen werfen zu können. Die Neugier der Menschen machte sich der Journalist Tom Kummer zunutze und veröffentlichte im Jahr 1999 Interviews mit Stars wie Brad Pitt, Pamela Anderson und Sharon Stone. Die Interviews waren u.a. in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Zu dumm nur, dass das Nachrichtenmagazin Focus schließlich nachhakte und herausfand, dass Kummer sich diese Interviews nur ausgedachte hatte.

Falsche Reportage erhält Pulitzer-Preis

Dass solche Falschmeldungen ein internationales Phänomen sind, zeigt folgendes Beispiel.

1981 verlieh die Washington Post den Pulitzer-Preis für eine Reportage über einen 8-jährigen, heroinabhängigen Jungen namens Jimmy. Nachdem immer mehr Menschen die Zeitung um Informationen baten, um dem armen Jungen zu helfen, musste die Schreiberin des Artikels, Janet Cooke, schließlich zugeben, dass sie sich die ganze Geschichte nur ausgedacht hatte.

Ku-Klux-Klan in Deutschland

In den 1990er Jahren lieferte Fernsehproduzent Michael Born über 30 Magazinbeiträge an die deutsche Presse. Einer der berühmtesten Beiträge wurde im Fernsehen übertragen. Dabei ging es um eine deutsche Zelle des rechtsextremem Ku-Klux-Klans. Später stellte sich jedoch heraus, dass unter den weißen Kapuzen keine echten Klanmitglieder steckten, sondern nur ein paar Freunde von Born, die ihm zu einer guten Story verhelfen wollten.

Der Fall Relotius

Der Journalist Claas Relotius arbeitete für mehrere Medien im deutschsprachigen Raum, hauptsächlich beim Spiegel und erhielt in dieser Zeit viele renommierte Auszeichnungen wie z.B. den Deutschen Reporterpreis. Dank Recherchen seines Kollegen Juan Moreno stellte sich allerdings heraus, dass weite Teile seiner preisgekrönten Reportagen erfunden waren und nicht der Wahrheit entsprachen. Relotius musste den Spiegel daraufhin verlassen.

Die Steinlaus

In den 1980er Jahren nahm das medizinische Nachschlagewerk Pschyrembel die vom Komiker Loriot erfundene Steinlaus mit in seine Auflagen auf. Unser “kleinstes einheimisches Nagetier” wurde so zu einem der berühmtesten Witze in der wissenschaftlichen Welt. Das renommierte Nachschlagewerk entfernte das Nagetier aus der Ausgabe zum 100-jährigen Bestehen, doch die Nutzer vermissten das winzige, fiktive Tierchen, so dass es heute wieder unter “St” zu finden ist.

Wenn man heute auf diese Zeitungsenten zurückschaut, dann kann man viele davon belächeln. Gleichzeitig kann man sich aber auch gut vorstellen, wie peinlich die Situation für die Herausgeber gewesen sein musste.

Zu unseren Druckern